“Die Konflikte in Afghanistan sind nicht mit militärischen Mitteln zu lösen, die Sicherheit im Land kann nicht durch immer mehr Soldaten verbessert werden”, fasst Dr. Gerd Pflaumer die Lehren aus den Ereignissen der vergangenen Monate zusammen. Von der neuen Bundesregierung sei deshalb ein umfassender Strategiewechsel gefordert. “Derzeit werden drei Vierteln aller Gelder für Afghanistan für militärische Zwecke ausgegeben, nur ein Viertel komme den zivilen, entwicklungspolitischen Projekte zugute.” Eine Befriedung Afghanistans sei aber nur durch den Aufbau von Justiz, Sicherheitskräften und ziviler Infrastruktur zu erreichen, bei der lokale Akteure einbezogen werden. “Die finanziellen Aufwendungen für Afghanistan müssen deshalb dringend umgeschichtet werden, um zivile Aufbau- und Entwicklungsprojekte zu beschleunigen”, fordert der Vertreter der Humanistischen Union. Die Bundesregierung sollte das von ihr versprochene stärkere Engagement bei der Polizei- und Armeeausbildung in Afghanistan wahr machen, denn zu einer Eigenverantwortung der afghanischen Behörden für die Sicherheitslage im Land gebe es keine Alternative.